Das Taxigewerbe steht in diesem Jahr vor immensen Herausforderungen. Die Corona-Pandemie ist immer noch nicht überwunden, da verteuern gestiegene Kraftstoffpreise und der gestiegene Mindestlohn die Bilanz. Tarifanhebungen in ganz Deutschland sind die Folge.

Zudem sind die rechtlichen Rahmenbedingungen weiter äußerst unbefriedigend. Die Branche hat sich lautstark bei der Gestaltung der Reform des Personenbeförderungsgesetzes eingemischt – und wie fällt nun die Bilanz aus? Der Präsident des Bundesverbandes, Rechtsanwalt Herwig Kollar, kritisiert hier im Podcast die Verweigerung lokaler Genehmigungsbehörden, ihre Möglichkeiten und Pflichten durch das neue PBefG wahrzunehmen. Das ist nicht hinnehmbar für uns, sagt er. Der Verband geht daher noch einmal verstärkt auf die Politik zu, denn das Taxi-Gewerbe darf nicht unter diesen Missständen weiter leiden. Als Beispiel nennt Kollar ein Taxisterben wie in Berlin, das es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gab und kündigt an: „Wir müssen uns überlegen, ob wir mit anderen Aktionen Aufmerksamkeit erzeugen“.

In großen Ballungszentren könne man exemplarisch zeigen, dass die Branche auch in den Ring steigen werden. „Bei aller vertrauensvollen Zusammenarbeit in der Vergangenheit müssen wir zeigen, so kann es nicht weiter gehen“, sagte der Verbandspräsident.

Nicht nur beim PBefG, auch bei der Erhebung der Mobilitätsdaten sei bisher noch nicht viel passiert. Beispielsweise könnten anhand der Daten ja auch nachvollzogen werden, ob Mietwagen ihre Rückkehrpflicht ernst nehmen. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. In den Behörden gibt es auch oftmals die Angst, dass man ein Verfahren bei Verwaltungsgerichten verlieren könnte, sagte Kollar. Der Verband überlege, wie man die Behörden zum Jagen tragen könnte – um die Chancen, die das PBefG biete, auch zu nutzen.

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